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Vorab gehört

Der Ole - Pianomann

Releasegrafik zu Der Ole - Pianomann
Bild: offizielles/freigegebenes Material des Künstlers.

Hinweis: "Pianomann" erscheint offiziell am 10.07.2026. Dieser Text basiert auf vorab zur Verfügung gestelltem Material und persönlicher Freigabe des Künstlers.

Randalf sitzt mit Wollmütze am Klavier

Verdammte Scheiße, Ole.

Würde ich den Kerl nicht kennen, hätte ich wahrscheinlich nach zehn Sekunden gedacht:

"Ja, schön. Klavier. Singer-Songwriter. Erwachsene Menschen mit Gefühlen. Nächster Song."

Stattdessen sitze ich hier und schreibe freiwillig über eine ruhige Pianonummer.

Allein dafür gehört der Mann eigentlich angezeigt.

Musikalisch hat das mit Punk ungefähr so viel zu tun wie Kräutertee mit einem Abrisskonzert. Kein Geballer. Kein Gepolter. Keine drei Akkorde und ein kaputtes Knie.

Und trotzdem steckt da mehr Punk drin als in mancher Band, die sich den Begriff in Schriftgröße 72 auf das Tourplakat druckt.

Während draußen alle gleichzeitig schreien, diskutieren, kommentieren, empören und sich gegenseitig erklären, warum die jeweils anderen Vollidioten sind, sitzt irgendwo dieser Pianomann und macht einfach weiter.

Vielleicht ist genau das die Botschaft.

Vielleicht hat Ole irgendwann beschlossen, dass ihm das ganze Dauergeheule der Welt gepflegt auf den Sack geht.

Vielleicht möchte er selbst dieser Pianomann sein.

Oder vielleicht ist es genau andersherum.

Vielleicht wird man erst zum Pianomann, wenn einem der ganze Wahnsinn irgendwann zu viel wird und man beschließt, sich für einen Moment aus dem Irrenhaus auszuklinken.

Keine Ahnung.

Ich bin Musikschreiber und kein verdammter Therapeut.

Was ich weiß:

Der Refrain bleibt hängen.

Diese ruhige, fast stoische Rhythmik bleibt hängen.

Und dieser Gedanke vom Pianomann bleibt hängen.

Das ist besonders ärgerlich, weil ich eigentlich beschlossen hatte, den Song nach dem Hören wieder zu vergessen.

Hat nicht funktioniert.

Musikalische Vergleiche sind immer gefährlich.

Aber Ole wirkt auf mich manchmal wie eine fragwürdige Kreuzung aus Udo Lindenberg, Rio Reiser und Hulk Hogan.

Warum Hulk Hogan?

Keine Ahnung.

Frag nicht mich. Frag Ole.

Der Mann schafft es jedenfalls seit Jahren, gleichzeitig angenehm, sympathisch, frech und leicht bekloppt zu wirken.

Und genau das hört man auch hier.

"Pianomann" ist keine Nummer, die einem mit Anlauf ins Gesicht springt.

Der Song setzt sich eher still neben dich, bestellt ungefragt ein Bier und geht dir anschließend drei Tage lang nicht mehr aus dem Kopf.

Der Bastard.

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