Review
CHAMPAGNER PUNX - Scheiss Champagner Punx
Da sind sie wieder.
Diese Pappnasen von Champagner Punx.
Allein der Name ist schon eine exorbitant inkommodierende Scheiße. Und ja, ich habe extra nachgeguckt: inkommodieren bedeutet so viel wie belästigen oder bemühen. Passt also. Diese Band belästigt nicht nur Ohren, Geschmack und Restwürde, sie bemüht dabei auch noch die letzten drei Gehirnzellen, die irgendwo zwischen Dosenpfand und Selbstüberschätzung herumlungern.
Dass die so viele Hater haben, verstehe ich völlig.
Ich hasse diese Band auch aus tiefstem Herzen.
Natürlich nur oberhalb der Gürtellinie. Also ungefähr da, wo bei normalen Menschen Haltung sitzt und bei Champagner Punx vermutlich ein Korken quersteckt.
Der Song heißt „Scheiss Champagner Punx“ und ist laut Band eine Antwort auf Neider, Lügenerfinder, royale Bauernlümmel, Blechtrommler und andere arme Lichter. Schon diese Aufzählung klingt, als hätte jemand nachts um halb drei in einer Kneipe beschlossen, dass jetzt aber wirklich mal alles gesagt werden muss. Und dann hat leider niemand rechtzeitig den Stecker gezogen.
Gerade diese Leute, die sich selbst als Band bezeichnen, haben echt nicht mehr alle Kronkorken auf der Flasche.
Ich frage mich ja schon seit Jahren, wann diese Kulturverräter die letzte Dose Hansa gegen diesen drecksteuren Perlwein eingetauscht haben. Früher stand Punk noch für Krach, Haltung und klebrige Böden. Heute stehen da Champagner Punx und wedeln mit dem Mittelfinger, als hätten sie den gerade frisch aus dem Feinkostregal gezogen.
Verdammte Kapitalisten-Punks.
Und dann kommt diese Nummer.
Leider knallt sie.
Das ist natürlich das Ärgerliche daran. Man möchte sich schön gemütlich darüber aufregen, wie bescheuert das alles ist, und dann hat der Quatsch auch noch Druck. Es ist eine Brettnummer aus der X-Force-Schmiede, wie die Band selbst schreibt, und ausnahmsweise ist das nicht komplett gelogen. Der Song hat Wucht, genug Dreck unter den Nägeln und diesen widerlichen Mitsing-Reflex, den man eigentlich direkt beim Gesundheitsamt melden müsste.
Manu brüllt sich da durch, als hätte ihm jemand den letzten Sekt warm hingestellt. Die Band macht dazu Krach, als wäre noch Hoffnung, dass irgendwer im Raum nüchtern bleibt. Ist natürlich Unsinn. Nach zwei Durchläufen ertappt man sich dabei, wie man den Mist im Kopf hat. Das ist nicht schön. Das ist nicht würdevoll. Das ist nicht mal besonders gesund.
Und genau das macht mich wütend.
Weil man diesen Song eigentlich wegtreten möchte wie eine angebrochene Champagnerflasche auf einem Punkkonzert. Stattdessen steht man da, nickt mit dem Kopf und denkt: Ja, okay. Scheiss Champagner Punx. Aber scheiss Champagner Punx mit Schmackes.
Hört euch den Quatsch bitte nicht unter diesem Link an:
https://www.youtube.com/watch?v=qyY-LNoglA8
Fazit: Ich hasse diese Band. Ich hasse diesen Song. Ich hasse, dass er mir im Kopf hängen bleibt. Und ich hasse am meisten, dass ich ihn wahrscheinlich noch mal höre.
Stay Punk.
Not more.
Not less.